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Bescheinigungswut nimmt kein Ende ...

Wie sind eure Erfahrungen mit der Auftragsvergabe von anderen Firmen an euch.

Mittlerweile ist es eine Unsitte geworden, dass man ein Angebot abgibt, man sich anschließend über dein Preis einig wird und den Auftrag mündlich zugesagt bekommt.
Anschließend bekommt man vom Auftraggeber eine Auftragsbestätigung / Vertrag zugeschickt, in dem man nach allen Punkten der Bürokratie auf die Probe gestellt und geknebelt wird.

Erst diese Woche habe ich wieder so eine Erfahrung gemacht.
Nach einer Anfrage und einem entsprechenden Angebot von mir, sollte ich anschließend zu folgenden Bedingungen den Auftrag unterschreiben:


10 % Sicherheitseinbehalt
Bescheinigung Sozialversicherungsbeiträge
Bescheinigung SOKA Bau
Formular Mindestlohnzahlung Bauhauptgewerbe
aktuelle Unbedenklichkeitsbescheinigung der Krankenkasse
aktuelle Unbedenklichkeitsbescheinigung der Berufsgenossenschaft
aktuelle Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes
aktuelle Bescheinigung der Haftpflichtversicherung inkl. Versicherungssumme
aktuelle Bescheinigung der Gewerbeanmeldung
Kopien der Sozialversicherungsausweise der eingesetzten Arbeitskräfte
Zusendung 4 facher Revisionsunterlagen vor Arbeitsbeginn


Das Alles ausführlich beschrieben und mit entsprechenden Klauseln versehen in einer 30 seitigen Bestellung, wobei mein Angebot lediglich 4 Seiten umfasste.

Das kann doch nicht wahr sein!
Nachdem die Kommunen erkannt haben, dass sie in den letzten Jahren mit Ihrer Ausschreibungspraxis völlig übers Ziel hinausgeschossen haben, und nun inzwischen versuchen die Dokumentationsflut herunterzufahren,
fangen andere Betriebe an, dies sogar noch zu übertreiben.

Was soll das?
Ich muss mich nicht komplett erklären.
Wo bleibt da das Vertrauen untereinander?
Immer nur noch für alle Eventualitäten absichern und noch mehr Formulare ausfüllen lassen.
Macht weiter so - und ihr werdet immer weniger Angebote bekommen.

Wie sind eure Erfahrungen?
Wie geht Ihr damit um?

 

 

Die Ausschreibungsverfahren sind meist total überzogen mit Papierkram den keiner Braucht.

Ich würde es gerne sehen wenn man das einfacher halten würde.

Als Beispiel: Öffentlichen Ausschreibungen sind doch sowieso immer VOB. Warum dann noch ein zusäzlichen Werkvertrags mit entsprechenden Papieren. Warum nicht, dies ist eine Ausschreibung gemäß VOB und fertig, Jeder vernünftige Betrieb hat die derzeitig gültige Fassung im Regal stehen. Denn die VOB gilt nur als ganzes und darf nicht abgeändert werden. Sobald das ist gilt das BGB und damit ist die Ausschreibung illegal.

Tariftreue ist auch so ein Ding. Die vernünftigen Betriebe sind eh in einer Innung oder anders organisiert. Dies gilt durch die Behörden zu überprüfen und nicht vom Betrieb nachzuweisen. Geht ja ganz einfach. KH oder Kammer anrufen und gut ist.

Der quatsch mit der Präqualifizierung geht mir nicht in den Schädel. Was soll das. Wenn auf dem Briefkopf Malermeister steht reicht das. Ich muss doch nicht nochmal nachweisen das ich fähig bin die Arbeiten die ausgeschrieben wurden auch ausführen kann.

Auch die Wirtschaftlichen nachweise halte ich für Quatsch. Wenn ein Unternehmen eine Ausschreibung mitmacht, kann man eigentlich davon ausgehen das der Auftrag auch wirtschaftlich bewerkstelligt werden kann. Meist sind es ja die Behörden die Probleme verursachen und nicht die Betriebe.

Auch Rechtlich halte ich das für überzogen. Wenn man beispielsweise ein paar Streuschulden hat, die aber z.B. strittig sind und bei Gericht liegen, dann darf man nicht an Ausschreibungen Teilnehmen? Wer verfasst solche Vorschriften? Wobei das nicht geprüft wird.  Auch die Gültigkeit der Freistellungsbescheinigungen sind zu kurz und eigentlich nur ein überflüssiger Verwaltungsakt. Schwarzarbeitsbekämpfung geht anders besser.

Es wird immer mehr von Bürokratieabbau geschwafelt. Ja Abbau für die Behörden. Denn wenn ich die Bürokratie auf die Handwerker abwälze, haben die Behörden weniger zu tun. Schönen Dank auch.

Dann kommen auf den Baustellen wenn man dann den Auftrag erhalten hat auch noch BG und SiGeKo hinzu was ja für Einzelkämper, Chefs und weiter eigentlich gar nicht gilt. Denn BG hat nur die vermeintliche Macht über Arbeitnehmer. Die wollen dann auch wieder unterlagen wie Gefahrenanalyse und Einweisungsprotokolle. Dann dürfen nur geprüfte Werkzeuge und Maschinen verwendet werden usw.

Also es wird übertrieben wo es nur geht  denn der gesunde Menschenverstand mit Rationalität und Logik ist anscheinend ausgestorben. Der Brave Handwerker macht was man ihm sagt und alle sind happy. Nur dann passiert soetwas wie beim BER.

Viele Gemeinden dürfen tatsächlich auch Ohne Ausschreibung Aufträge bis zu einer Gewissen Höhe vergeben auch ohne den ganzen Firlefanz. Da muss man nur die Projekte halt aufteilen. Aber das artet ja dann wahrscheinlich wieder in Arbeit aus.

Ausschreibung sollten so ablaufen: Ein Anschreiben mit dem Hinweis VOB Ausschreibung reicht. dann kurz gefragt Meister und Innung oder Nicht. Das Leistungsverzeichnis (wobei die auch meist nicht stimmen) Freistellungsbescheinigung hinzufügen und fertig. So einfach könnte es sein.

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